Wiedenbrücker Schule

Mit der Wiedenbrücker Schule wird das in Wiedenbrück (Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen) und seiner näheren Umgebung im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts blühende Kunsthandwerk des Historismus bezeichnet. Es handelte sich um einen lokalen Verbund von Werkstätten. In den Werkstätten wurde vorwiegend kirchliche Ausstattungskunst hergestellt. Die hohen Anforderungen der kirchlichen Auftraggeber führten zu einer Spezialisierung der Werkstätten. Es gab Altarbauwerkstätten, Bildhauer, Ornamentiker und Maler. Der gute Ruf der Werkstätten ging bis nach Übersee und zeugte für hohe handwerkliche und gestalterische Qualität. Diese kam unter Anderem darin zum Ausdruck, dass die Auftraggeber den beauftragten Werkstätten in der Regel auch den künstlerischen Entwurf überließen.

Die Bedeutung der Wiedenbrücker Schule für die wirtschaftliche Entwicklung von Wiedenbrück ist unübersehbar. Zahlreiche Straßennamen erinnern an die Inhaber und einzelne Künstler der Werkstätten.

Im Jahr 2005 wurde die Stiftung Ausstellungs- und Begegnungsstätte Wiedenbrücker Schule zur Errichtung des Museums gegründet. Das Museum wurde in dem, aus dem Jahr 1904 stammenden, denkmalgeschützten Gebäude errichtet, das den Altarbildhauern Bernhard Diedrich und Franz Knoche als Werkstattgebäude diente. Es zeigt Ausstellungsstücke zur Wiedenbrücker Stadtgeschichte und zur Wiedenbrücker Schule. Das Museum wurde am 29. November 2008 eröffnet.

Quelle: Wikipedia